Holz- und Umweltschutz durch nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen

Holz gehört zu den nachwachsenden natürlichen Rohstoffen und steht deshalb in großen Mengen zur Verfügung. Doch für den Erhalt der Wälder in Deutschland und auch international ist es von entscheidender Bedeutung Holz nachhaltig zu nutzen. Hierbei spielt die Möbelindustrie eine besonders wichtige Rolle. Sowohl Indoor als auch Outdoor Möbel sind hierbei von Bedeutung, doch auch Kaminholz sollte aus nachhaltig genutzten Quellen stammen.

Die Bedeutung von Holz als Rohstoff

Holz ist einer der bedeutendsten Rohstoffe, die wir haben. Es ist als Baumaterial unverzichtbar und außerdem wird es sowohl in der Möbel-, als auch in der Papierindustrie in großen Mengen genutzt. Eine mengenmäßig etwas geringere Rolle spielt die Nutzung als Brennstoff. Doch hierbei besteht die besondere Schwierigkeit, dass kein recyceltes Holz verwendet werden darf, sondern lediglich unbehandeltes Holz, sowie ebenfalls unbehandelte Holzreste in weiter verarbeiteter Form. Der Bedarf an Holz steigt dabei täglich enorm an, denn jeden Tag wächst die Weltbevölkerung um rund 200.000 Menschen, die alle auf eine stetige Versorgung mit Holz angewiesen sind. Diese lässt sich nur sicherstellen, wenn die vorhandenen Nutzungsflächen effektiver und gleichzeitig nachhaltiger genutzt werden. Damit sich die Umwelt von den bisher im Übermaß stattgefundenen Rodungen erholen kann, muss unbedingt der Kahlschlag weiterer Urwälder, sowohl in Deutschland, als auch weltweit gestoppt werden. Damit dies geschehen kann, müssen grundsätzlich zunächst ausreichend strikte Regelungen seitens der Politik erlassen werden. Doch auch dies verhindert keinen illegalen Holzschlag. Dieser lässt sich nur verhindern, indem der lokale Bedarf sinnvoll gedeckt werden kann und der Handel mit Edelhölzern effektiv unterbunden wird bzw. durch den Endverbraucher durch überlegte Käufe so wenig lukrativ gemacht wird, dass das Risiko dabei erwischt zu werden sich nicht mehr rechnet.

dampfender Wald

Holz bzw. Wald ist nicht nur als Material für Möbel, sondern auch für das Klima wichtig

Das grundlegende Problem in den Herkunftsländern tropischer Edelhölzer besteht letztlich darin, dass die Menschen dort nur ein geringes Einkommen haben und einige illegal gefällte Bäume einer ganzen Familie für Wochen das Überleben sichern können. Der Umweltschutz beginnt aus diesem Grund nicht erst bei der Erlassung strengerer Gesetze und bei der Errichtung von mehr Nationalparks und sonstiger Naturschutzgebiete. Um die Natur und auch Urwälder, welche für viele Tierarten unverzichtbar sind, erhalten zu können, ist es deshalb von zentraler Bedeutung den Menschen die Notwendigkeit des Umweltschutzes zu verdeutlichen, ihren eigenen Willen die Natur in ihrer Heimat schützen zu wollen wecken und insbesondere ihnen Perspektiven bieten, wie sie auch ohne illegalen Holzhandel ein gutes Leben führen und ihre Familien ernähren können.

Holz in der Möbelindustrie

Die Möbelindustrie ist mit für den größten Holzverbrauch verantwortlich. Ob es sich dabei um Massivholz oder nur um Sperrholzplatten handelt, ist dabei irrelevant. Massivholz hat den Nachteil, dass der Verschnitt relativ groß ist und für die weitere Fertigung von Massivholzmöbeln nicht zu gebrauchen ist. Der Vorteil ist jedoch, dass das Holz kaum weiter verarbeitet werden muss um sich als Werkstoff zu eignen. Bei Möbeln aus Sperrholz verhält es sich umgekehrt. Hier sind auch die kleinsten Holzabfälle gut dafür geeignet zu Platten gepresst zu werden. Hierbei ist jedoch der Nachteil, dass diese Platten geleimt und anderweitig behandelt werden müssen. In beiden Fällen entsteht eine hohe Belastung für die Umwelt, die nicht zu vermeiden ist. Die wichtige Aufgabe für den Kunden besteht letztlich darin zu hinterfragen woher das Holz stammt.

Bei Möbeln aus Sperrholzplatten ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass es sich um einheimische Hölzer handelt. Der Wert der Platten ist im Vergleich zu Massivholz recht gering, weshalb sich ein Import über den halben Globus kaum lohnen würde. Auch wenn es sich bei Sperrholz eher um Resteverwertung handelt, sind solche Möbel nicht ökologisch unbedenklich. Auch in Deutschland oder zumindest den angrenzenden Staaten müssen für die Holzindustrie Wälder abgeholzt werden und auch die Herstellung der Platten verbraucht viele Ressourcen.

Holz für Indoor Möbel

Bei Indoor Möbeln hat man die Wahl zwischen Massivholz und Sperrholz. Die Vorteile von Sperrholz sind insbesondere der relativ geringe Preis aufgrund des geringen Verschnitts bei der Herstellung und die Tatsache, dass es eher lokal gewonnen wird, wodurch die Atmosphäre weniger stark mir Kohlenstoffdioxid und Schadstoffen belastet wird, welche durch lange Transportwege entstehen. Der Nachteil ist jedoch, dass Sperrholzplatten verleimt werden müssen und anschließend noch mit einer Deckschicht in Holzoptik beklebt werden müssen, welche aus Kunststoffen besteht. Da die Möbel nicht ganz so stark belastbar sind wie echtes Massivholz, ist ihre Lebensdauer vergleichsweise gering. Sobald sie das Ende Ihrer Lebensdauer erreicht haben, spielt auch die Entsorgung eine wichtige Rolle. Da in den Sperrholzplatten sehr viele Schadstoffe enthalten sind, ist hier eine weitere, sehr hohe Belastung für die Umwelt gegeben.

Holz für Outdoor Möbel

Im Gegensatz zu Möbeln für Innenräume, stellen Möbel für den Garten und die Terrasse ganz andere Ansprüche an die Materialqualität. Hier fallen die Sperrholzmöbel, wie sie in Innenräumen verwendet werden können, weg, da sie die hohe Feuchtigkeit nicht vertragen würden und sich das Material sehr bald in seine Bestandteile auflösen würde. Hier kommen also ausschließlich Möbel aus Massivholz in Frage. Die Wahl des Holzes macht an dieser Stelle einen erheblichen Unterschied für den Holz- und Umweltschutz. Es besteht die Wahl zwischen Weichhölzern und Harthölzern sowie einheimischen und tropischen Hölzern. Eine klare Trennung, welche Holzart letztlich besonders umweltverträglich zu nutzen ist, kann nicht so einfach durchgeführt werden. Weichhölzer wachsen in der Regel schneller nach als Harthölzer und einheimische Hölzer stammen meistens aus kontrollierten Quellen, als es bei tropischen Hölzern der Fall ist. Doch dies sagt nichts über die Umweltverträglichkeit eines bestimmten Baumes aus. Während Weichhölzer zwar deutlich schneller wachsen als Harthölzer, sind sie gleichzeitig wesentlich empfindlicher gegenüber mechanischer Belastung, Holz befallenden Pilzen und Holz fressenden Insekten. Besonders unempfindlich sind in dieser Hinsicht jedoch die tropischen Harthölzer. Da tropische Baumarten oft etwas andere Inhaltsstoffe in ihrem Holz haben, als einheimische Baumarten, sind die einheimischen Holzschädlinge nicht ganz so gut an die Verwertung dieser Hölzer angepasst. Aus diesem Grund halten viele tropische Harthölzer auch bei schlechtester Witterung länger, als die meisten einheimischen Hölzer. Dieses Problem lässt sich mit einer Gratwanderung besonders ökologisch lösen. Um möglichst hochwertiges und gleichzeitig besonders naturverträglich gewonnenes Holz zu bekommen, sollte man idealerweise auf die härtesten europäischen Harthölzer viel Wert legen. Dazu zählen Bäume wie Ahorn, Kirsche, Esche, Buche, Weißbuche, Eiche und die mittlerweile fest eingebürgerte Robinie. Lediglich bei Eichen und Buchen sollte man etwas vorsichtiger sein, da sie für die heimische Tierwelt zu den wichtigsten Bäumen gehören und manche Arten zwingend auf alte Bestände angewiesen sind. Solche alten Bäume sind jedoch in der modernen Holzwirtschaft kaum zu finden, da es einen Unterschied zwischen dem gibt, was für Tiere ideal ist und dem, was für die Industrie ideal ist. Während die Industrie nicht allzu alte, unversehrte Bäume benötigt, sind viele Tiere auf bereits beschädigte, modernde oder sterbende sowie tote Bäume zwingend angewiesen.

Brennholz und Umweltschutz

Die Nutzung von Holz als Brennstoff ist ebenfalls ein wichtiges Thema im Holz- und Umweltschutz. Ob es sich dabei lediglich um einen kleinen, dekorativen Kamin handelt oder mit dem Holz tatsächlich ein ganzes Haus geheizt werden soll, ist dabei zunächst irrelevant. Wichtig ist auch hier, dass das Holz aus nachhaltiger Nutzung stammt. Da für Kaminholz ausschließlich einheimische Hölzer verwendet werden, erübrigt sich die Frage nach tropischen Hölzern. Besonders interessant ist jedoch an dieser Stelle, dass je größer die Härte und Robustheit eines Holzes ist, umso höher sein Brennwert liegt. Zwei Ausnahmen stellen jedoch die Fichte und die Tanne dar, da sie durchaus die Brennwerte der bereits genannten Harthölzer erreichen.

Doch hier bietet sich die Nutzung von Holzpellets an. Dabei handelt es sich, ähnlich wie bei Sperrholzplatten, um gepresstes Holz in kleinen Klümpchen, welche sehr dicht sind und somit sogar den Energiegehalt der besten Harthölzer übertrifft. Der zweite Vorteil ist, dass Holzpellets auch aus Holzresten gefertigt werden können, wodurch der Druck auf noch intakte Wälder etwas geringer wird. Die Pellets sind jedoch nur für eine echte Holzheizungen geeignet, während sie alleine aus optischen Gründen nicht im Kamin als Ersatz für ganze Holzscheite genutzt werden.

Waldbild in saftigem Grün mit viel Moos

Ein Wald sollte nicht nur als Ressource für die eigenen Möbel gesehen werden

Wie kann man sonst noch nachhaltige Holzwirtschaft unterstützen?

Einer der wichtigsten Aspekte beim Kauf von Möbeln ist die Suche nach verschiedensten Zertifikaten. Zwei der wichtigsten sind das FSC bzw. orest Stewardship Council und das PEFC bzw. Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes Siegel. Diese beiden Siegel bescheinigen, dass das Holz sowohl im Einklang mit der Natur, als auch im Einklang mit den Menschen gewonnen worden ist. Darüber hinaus sollten Sie beim Kauf auf den Preis achten. Wenn Sie tropische Edelhölzer kaufen, sollten Sie sich der Tatsache bewusst sein, dass legal gehandeltes Holz deutlich teurer ist als illegal gerodetes. Dadurch kommt die Frage nach dem Preis auf, welche nur sehr schwer zu beantworten ist. Selbst bei einem Vorhandensein der genannten oder weiterer offizieller Holzsiegel kann keine vollständige Sicherheit gegeben werden, dass das Holz aus ökologischer Holzwirtschaft stammt. Da der illegale Handel mit Edelhölzern auch heute schon stark bekämpft wird, lohnt es sich für die Erzeuger in den Herkunftsländern die Siegel schlichtweg zu fälschen und das Holz für einen etwas niedrigeren Betrag vermeintlich legal zu verkaufen. Hierbei ist ihre Eigeninitiative als Käufer von entscheidender Bedeutung. Vor dem Kauf jeglicher Möbel sollten Sie sich informieren, welche Preise üblich sind und vom Kauf verdächtig günstigerer Möbel Abstand nehmen.